Herkunft  von Redewendungen.

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A-Z    Affenschande - Alter Schwede - Auf dem Holzweg sein - Auf den Leim gehen - Auf den Putz hauen Aufs Tapet bringen - Ausmerzen - Bananenrepublik - Blaumachen - Den Löffel abgeben - Der springende Punkt - Durch  die Lappen gehen - Eine Abfuhr erteilen -Einen Kater haben -   Etwas ausbaden - Fersengeld geben - Frosch im Hals - Gift und Galle spucken - Guten Rutsch ins neue Jahr - Im Stich lassen - Ist mir schnuppe - Kardinalfrage - Kumpane - Mein lieber Scholli - Mores lehren - Noch ist Polen nicht verloren - Oberwasser haben - Pfirsich Melba - Pillenknick - Schabernack - Schmiere stehen - Sich am Riemen reißen - Stein des Anstoßes - Quacksalber - Verballhornen - Vom Regen in die Traufe - Jemanden ein X für ein U vormachen

Affenschande

Der Ausdruck stammt höchstwahrscheinlich vom niedderdt.: "apenbare (apene) Schanne" und meint eine: offenbare Schande.

Alter Schwede 

Vermutlich stammt die Bezeichnung aus der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg. Der preußische Kurfürst Friedrich Wilhelm I. warb damals altgediente schwedische Soldaten als Ausbilder an, da diese für ihren "fürtrefflichen Drill" (so der Historiker Heinrich von Treitschke) bekannt waren. Im Heer wurden diese schwedischen Soldaten kurzerhand alte Schweden genannt, und im Laufe der Zeit erlangte der Begriff eine allgemeinere Bedeutung. Auch andere Redensarten wie die Schweden kommen als Warnung bei drohender Bedrängnis oder jemandem den Schweden wünschen - d.h. Unglück wünschen - erinnern an die Zeit des 30-jährigen Krieges. Nach dem Tode des schwedischen Königs Gustav Adolf in der Schlacht von Lützen war es zu zahlreichen Plünderungen und Verwüstungen durch die Schweden gekommen.

Auf den Leim gehen  

Der Begriff kommt aus der Fallenstellerei:
Vor allem Vögel, wurden mit Leim, der auf einen Ast etc. geschmiert wurde, gefangen. Mitunter wurde dazu auch Pech benutzt. Auch Mäuse sollen mit Pech oder Leim beschmierten Brettern gefangen worden sein. Ein Vogel der auf dem ausgebrachten Leim hängenblieb war ergo der Pechvogel.

 

Auf dem Holzweg sein            

Holzweg hat nichts mit einem Weg aus Holz zu tun. Es ist vielmehr  eine schmale Schneise die eigens zum Abtransport, dem soganannten  Rücken des Holzes zu tun hat. Wollte mann einen ganz bestimmten Baum aus dem Wald holen, mußte man eine solche anlegen. Letztendlich eine Sackgasse. 

                                                                                                                                                        

Auf den Putz hauen  

Ursprünglich bedeutete "Putzen"  bzw.  "Butzen" sich einen Nasenpopel entfernen. Aus „butzen“ entwickelte sich putzen im Sinne von „reinigen, verschönern“. Wenn man sein Haus verputzt, verschönert man es auch gleichzeitig. Ungefähr seit dem 17. Jahrhundert bezeichnete man aufwendige Kopfbedeckungen, Kleider und Schmuckstücke als Putz – mit so etwas konnte man sich herausputzen. Und was hat das mit hauen zu tun? Diese Wendung stammt von den Rittern. Man trat in Zweikämpfen gegeneinander an. Um den Gegner zu beeindrucken zog man sich möglichst prächtig an. Dazu gehörte auch ein Helmschmuck – der so genannte Putz. Ziel des Kampfes war es, dem Gegner diesen Schmuck vom Helm runterzuschlagen. Man haute sich also gegenseitig „auf den Putz“. Und wer das als Erster schaffte ging also als Sieger aus dem Tournier hervor und beeindruckte das Publikum.  

 

                                          

Aufs Tapet bringen

Umgangsprachlicher Ausdruck für etwas zur Sprache bringen, Tapet  bezeichnet im französischen den Stoffüberzug eines Konferenztisches.

 

Ausmerzen        

Der Begriff: "ausmerzen" existiert seit etwa dem 16. Jh. und bezeichnete die Auswahl der Schafe, die z. B. zur Zucht nicht mehr taugten.
Da dies meist im März geschah, wurde daraus: "ausmerzen".

Bananenrepublik 

 Seit den 50er Jahren bezeichnet man zentralamerikanische Länder mit korrupten Regierungen, die vom Export eines einzigen Agrarproduktes - der Banane - leben und somit nicht nur wirtschaftlich sondern auch politisch unter dem Einfluss der multinationalen Bananenkonzerne stehen, als Bananenrepublik.
Die Bedeutung des Wortes „Bananenrepublik“ weitete sich im Laufe der Jahre aus. Heute ist „Bananenrepublik“ eine eindeutig negativ konnotierte Bezeichnung für ein Land, in dem im wirtschaftlichen, politischen oder rechtlichen Bereich Korruption herrscht. So verwendet man den Ausdruck „Bananenrepublik Deutschland“ oft im Zusammenhang mit den Parteispendenaffären. In der Berichterstattung über die Flick-Affäre wurde er derart häufig verwendet, daß er 1984 zum Wort des Jahres gekürt wurde. 
Doch Korruption scheint nicht nur in Deutschland Thema zu sein. Auch in anderen europäischen Sprachen existiert der gleiche Begriff. So spricht man in England von der banana republic, in Frankreich von der république bananière, in Spanien von der república bananera, in Portugal von der república das bananas, in Italien von der repubblica bananiera etc.

 

Blau machen         
Die Herkunft der Redewendung blau machen in der Bedeutung „seiner Arbeit nicht nachgehen, der Arbeit oder Schule ohne triftigen Grund fernbleiben“ ist nicht gesichert, es existieren dazu unterschiedliche Hypothesen:

-Entstanden aus dem Ausdruck Blauer Montag für den arbeitsfreien Montag der Handwerker: „Blauen Montag machen“      hätte sich demnach erweitert zu der Bedeutung „nicht arbeiten, der Arbeit fernbleiben
-In einer von der Sprachwissenschaft nicht vertretenen Erklärungsweise wird angenommen, die Redewendung wäre aus      der Praxis des Färberwesens entstanden, speziell der Indigo- oder Waidfärber, die die gefärbten Stoffe in einer      letzten  Phase des Färbevorgangs an der Luft trocknen lassen, wobei erst in dieser Phase durch Oxidation die blaue  Färbung  entsteht. Weil die Blaufärber in dieser Phase mit der Arbeit pausiert hätten, wäre aus dem technischen Vorgang  des  Blaumachens ein allgemeinsprachlicher Ausdruck für „Nichtstun“ entstanden, und auch der Ausdruck Blauer Montag  soll  hieraus abzuleiten sein, weil der Montag der übliche Tag für diese Phase des Blaufärbens gewesen sei.

 

Den Löffel abgeben 

Früher waren Löffel mitunter wertvoll.
Wenn der Älteste einer Sippe starb, wurde sein Löffel an einen anderen weitergeben.

Der springende Punkt 

 

Als springenden Punkt bezeichnet man eine entscheidende, ausschlaggebende Tatsache. Die Redewendung geht auf Aristoteles zurück, der in der Tiergeschichte historia animalium die Entwicklung des Vogels im Ei behandelt. 
Das Herz des Vogels war für ihn ein hüpfender und springender Blutfleck mitten im Eiweiß. In der lateinischen Übersetzung von Theodorus Gaza ist von einem "Punkt, der springt" die Rede. Im Neulateinischen entstand daraus die Wendung punctum saliens, die bis heute als springender Punkt erhalten geblieben ist.

Durch die Lappen gehen 

Eine Redensart aus der Jägersprache.
Um bei einer Jagd das Wild am Ausbrechen aus dem Jagdrevier zu hindern, wurden bunte Stoff-Fetzen zwischen den Bäumen aufgehängt. Davor scheuten die Tiere zurück. Manchmal durchbrachen aber die Tiere (in Todesangst ...) die Absperrung und "gingen so durch die Lappen".
 

Eine Abfuhr erteilen 

Der Ursprung ist  bei den studentischen Burschenschaften zu finden: 
Bei der Mensur (dem studentischen "Zweikampf", bei dem es darum geht, dem Gegenüber mit Florett oder Säbel Wunden im Gesicht zu verabreichen) wird ein Paukant (einer der Fechter) bei schweren Verletzungen von einem Sekundanten "abgeführt"

 

Einen Kater haben    

Umgangssprachlich ist ein Katarrh eine andere Bezeichnung für eine Erkältung oder eine Entzündung der oberen Atemwege.
Aus einer Verballhornung des Wortes entstand der Begriff des Katers bei übermäßigem Alkoholkonsum.


 

Etwas ausbaden    

Schon bei: Hans Sachs dem Meistersinger (*1494 †1576) steht, dass es zu seiner Zeit üblich war, dass mehrere Personen nacheinander dasselbe Bad (Badewasser) nutzten. Der letzte Badegast hatte es dabei besonders schlecht getroffen, er musste das schon schmutzige Wasser für sich selbst gebrauchen, es nachher auch noch ausgießen und das Bad säubern - er musste also ganz ordentlich alles "aus"-baden.

Fersengeld geben 

Bei den Germanen war das Fersengeld ein Strafgeld , das ein Deserteur zu zahlen hatte. 

Der Begriff (Fersengeld) ist schon seit dem 13. Jh. in der sogenannten Rechtssprache verankert. Bei  den in  für: in Mittel-, Ost-Dtl. und Ostalpenländern ansässige Slawen durften Ehefrauen ihre Ehemänner jederzeit verstoßen, dazu mussten sie nur ihrem Herrn 3 Schilling "Fersengeld" geben.  Ob es auch umgekehrt ging, dass sich auch die Männer loskaufen konnten, ist nicht klar. Schon im Sachsenspiegel (dem ältesten dt. Rechtsbuch von ca. 1220) ist von dem "versen phennige" oder "versnegelt" die Rede:

Frosch im Hals 
Der Ausdruck: 'Einen Frosch im Hals haben' ist abgeleitet von dem medizinischen Ausdruck: Ranula = Zyste neben dem Zungenbändchen. Der Begriff Ranula ist ein Diminutiv (eine sprachliche Verkleinerungs, -Verniedlichungsform) vom Lat.: Rana = Frosch, Ranula = Fröschlein. Fröschlein wird diese Zyste wohl wegen ihrer Form genannt Der Begriff hatte also ursprünglich mit dem Hals nichts zu schaffen!
 

Gift und Galle spucken 

Der Auspruch findet sich  in der  Bibel: 
5. Buch Moses 32,33: Luther Bibel (1545):
»Ihr Wein ist Drachengift und wütiger Ottern Galle.«

 

Guten Rutsch ins neue Jahr  

  Aus dem jiddischen:  "A gut Rosch!", d.h. "Ein guter Jahresanfang!"  Rosch ist hebräisch für Beginn, Haupt, Kopf.

 Gesichert ist diese Herkunft aber nicht, da das Wort Rutsch auch in anderer Verwendung benutzt wird.

Im Stich lassen  

Wenn ein Knappe seinen bei einem Ritterturnier gestürzten Herrn nicht unverzüglich aus der Gefahrenzone gezogen hatte, durfte dessen Kontrahent weiter auf den 'Gefallenen' einstechen. Er wurde "im Stich" gelassen.
 

Ist mir schnuppe!    

Das ist mir schnuppe! sagen wir, wenn uns etwas vollkommen egal ist. Schnuppe nannte man früher das überflüssige und wertlose angebrannte Ende des Dochts einer Kerze, das man abschneiden muss, damit die Kerze ohne zu rußen weiterbrennt. Das Sauberhalten der Kerze wurde mit dem Putzen der Nase (schnupfen) verglichen. Das Wort Schnuppe kommt heute außerdem in der Zusammensetzung Sternschnuppe vor. Sternschnuppen hielt man im 18. Jahrhundert für beim Putzen der Sterne entstehende Abfälle.
 

Kardinalfrage

Eine Kardinalfrage ist eine grundlegende Frage zu einer bestimmten Thematik. Der erste Bestandteil des Kompositums, Kardinal- geht auf das lateinische Adjektiv cardinalis, d.h. grundlegend zurück. Dieses Adjektiv wiederum ist von dem Substantiv cardo, der Dreh- oder Angelpunkt abgeleitet. Der Kardinal  ist demnach ein wichtiger Geistlicher; der Ursprung des Wortes Kardinalfrage liegt aber nicht im kirchlichen Bereich, sondern in der allgemeineren Bedeutung des Adjektivs. Übrigens....ein Kardinal ist heute nicht nur ein kirchlicher Würdenträger, sondern auch eine Vogelart und eine Bowle, hergestellt aus Pomeranzen...

                                               

                                                                               

Kumpane  

Die lateinischen Wörter panis=Brot, cum=mit sind verwandt mit den Wörtern Kumpan und Kompanie. Der Kumpan ist ursprünglich der „Brotgenosse“, also der Kamerad, mit dem man das Brot teilt. Über die Kaufmannsprache kommt compagnia (it.) = Handelsgesellschaft zu uns, woran noch die Abkürzung Co. in Firmennamen erinnert, heute bezeichnet Kompanie eine militärische Einheit. Auch das Wort "Kumpanei" hat dort seinen Ursprung

 

 

Mein lieber Scholli

Den Ausruf "Mein lieber Scholli!" verwenden wir, wenn wir unser Erstaunen über etwas ausdrücken wollen. Ich bin auf zwei Erklärungen für die Herkunft des Ausdrucks gestoßen. In beiden Fällen wird Scholli auf das Wort joli bzw. Joly zurückgeführt.
Das französische Adjektiv joli bedeutet hübsch. "Mein lieber Scholli!" würde demnach verballhornt als Anredeform gebraucht, etwa wie in "Na, mein Hübscher, das war aber knapp!".  Dem anderen Erklärungsansatz zufolge handelt es sich beim Scholli um Ferdinand Joly. Ferdinand Joly lebte von 1765 bis 1823. 1783 wurde er von der Universität in Salzburg verjagt. Seitdem führte er ein Vagabundenleben und schlug sich dichtend und singend durchs Leben. Offensichtlich war Joly ein antiker Hippie, der immer wieder mit ausgefallenen Gedanken überraschte.

 

Mores lehren                                                                                                                           

Z.B.: "Ich werde dich mores lehren!" Mores lehren steht für die Bemerkung Anstand, Benehmen beibringen. Ihre Herkunft hat sie aus dem Lateinischen, das Wort mos (plur.: mores) bedeutet „Sitte, Anstand“ bzw. „Moral“. Entstanden ist der Ausdruck etwa in der Zeit des Humanismus (ca. 15. Jhd.) als Teil der damaligen Studenten- und Gelehrtensprache

Noch ist Polen nicht verloren  

Mit dem Vers "Noch ist Polen nicht verloren" beginnt die polnische Nationalhymne 

 

Pfirsich Melba  

Pfirsich Melba ist eine Süßspeise aus einem halbierten und enthäuteten Pfirsich, Vanilleeis und Himbeerpüree. Der Erfinder dieses Desserts ist der berühmte Koch Auguste Escoffier. Benannt ist der Nachtisch nach der australischen Primadonna Nellie Melba (1861-1931). 
Escoffier hatte Nellie Melba als Elsa im Lohengrin gesehen und war so begeistert, dass er ihr zu Ehren den Pfirsich Melba kreierte. Der Pfirsich Melba ist eine Nachbildung des Schwans, der im ersten Aufzug Lohengrins Nachen zieht.

 

Oberwasser haben (bekommen)    

Aus der Müllersprache. Das im Mühlteich angestaute Wasser trieb als Oberwasser das Mühlrad an, das von ihm abfließende Unterwasser war wesentlich weniger kraftvoll.

 

Pillenknick  

Als Pillenknick bezeichnet man den Knick in der Kurve der Geburtenrate, der nach dem Aufkommen der Pille zu verzeichnen war. 
 Die Pille kam im Jahre 1960 erstmalig in den USA auf den Markt.
 Die Geburtenrate sank im Zeitraum von 1964- 1978 um 46 %.

Ein Pillenknick bezeichnet auch  ein Gerät mit dessen Hilfe man widerspenstige Tabletten in der Mitte durchbrechen kann..

Quacksalber             

Wahrscheinlich ist die Wortherkunft von: Quak = quaken, laut schreien und Salber = Arzt. Im Mittelalter wurden allerlei Wundermittel (Salben, Tinkturen, Pillen ...) marktschreierisch angeboten. 
Ebenfalls möglich ist aber auch die Herkunft des Begriffes vom Quecksilber, da im Mittelalter Quecksilber-Salben und -Pflaster z. B. als Mittel gegen die Syphilis vertrieben wurden.

Schabernack  

Höchstwahrscheinlich kommt der Begriff von dem alten keltischen Ausdruck für Feldhase: "cornisch scovarnog", was "Schädiger der Feldfrüchte" bedeutet. 
Man bezeichnete früher auch eine aus einem Hasenfell erstellte Pelzmütze als Schabernack und zurzeit Neithards um 1470/1500 einen im Winter getragenen rauhaarigen Hut als Schavernac. Über die Pelzmütze aus dem Hasenfell ist auch die Verbindung zu dem Sprichwort: "Den Schalk im Nacken tragen" wahrscheinlich.

 

Schmiere stehen              

Kommt vom  hebräischen "schimra"  und ist über die Gaunersprache zu uns gekommen.

 

Sich am Riemen reißen    

Herkunft aus dem Militär Anfang des 20. Jahrhunderts. Beim "Haltung annehmen" mußte das Koppel am Gürtel - in der Soldatensprache dem Riemen - exakt in der Mitte sitzen. Um dies zu gewährleisten mußte der Soldat  sich hierzu also kurz "am Riemen reißen".

Stein des Anstoßes    

Stammt aus der Bibel. In Jesaja 8, 14-15 heißt es: "Er wird ein Fallstrick sein und ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses für die beiden Häuser Israel, ein Fallstrick und eine Schlinge für die Bürger Jerusalems, dass viele von ihnen sich daran stoßen, fallen, zerschmettern, verstrickt und gefangen werden." Die Wendung wird auch im Neuen Testament wieder verwendet (Römer 9,32; 1. Petrus 2,8) 

Verballhornen 

Der Lübecker Buchdrucker Johann Balhorn (Ballhorn?) (*1528 +1603) soll eine Ausgabe des lüb. Rechts so "überarbeitet" haben, dass mehr Fehler als zuvor darin zu finden waren. Daraus entstand dann wohl der Begriff verballhornen, bzw. Verballhornung, der dann zunächst ein "Verschlimmbessern" meinte.

Vom Regen in die Traufe   

Mit der Traufe ist die Dach-Traufe, Dach-Rinne gemeint. Wer sich vom Regen unter einen Dach vorsprung gerettet hatte und dort von dem Wasser aus der Traufe nochmal erwischt wurde, der kam vom Regen in die Traufe!

 

Ein X für ein U vormachen    

Die Redewendung Jemandem ein X für ein U vormachen bedeutet, dass man jemanden täuscht oder betrügt.
 Ihren Ursprung hat diese Redewendung in den römischen Zahlen, bei denen Buchstaben für Zahlen stehen. So kann der Buchstabe V, welcher für die Zahl 5 steht, durch Verlängerung der Striche nach unten zum Buchstaben X umgeschrieben werden. Dieser steht wiederum für die Zahl 10, so dass eine (vermeintliche) Verdoppelung der Zahl entsteht. Der heutige Buchstabe U stammt vom V des lateinischen Alphabets ab, was die heutige Form der Redewendung erklärt.
Die Redewendung wird auf solche Manipulationen in betrügerischer Absicht u.a. bei Geldverleihern und Gastwirten zurückgefüh
rt.



 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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